Sahra (Kenia) und ich Dirk (Deutsch) sind seit 10 Jahren ein Paar, dass durch vieles ging und immer zusammen blieb, trotz allen Wiedrigkeiten die zweit so unterschiedliche Staaten machen..



Betreff: Unerwarteter Wareneingang in der Einfahrt
An alle Abteilungen,
heute Morgen wurde vor unserem Haupteingang ein neues Modell der Serie „Human: Mini-Edition“ abgesetzt.
Nach einer ersten Sichtprüfung durch das Team vom Empfang können wir folgendes Protokoll zum neuen „Mitarbeiter“ abgeben:
Zustand bei Lieferung:
Unverpackt, lautstarkes Warnsignal aktiviert (ca. 110 Dezibel), hohe Feuchtigkeit im unteren Bereich.
Technische Spezifikationen:
Kompakte Bauweise, autonomes Greifsystem (bevorzugt Haare und Brillen), noch keine Sprachsteuerung verfügbar.
Energieverbrauch: Extrem ineffizient. Benötigt alle 2-3 Stunden einen „Refill“, gefolgt von einer längeren Ruhephase (Stand-by-Modus), die jederzeit ohne Vorwarnung unterbrochen werden kann.
Wartungsaufwand:
Sehr hoch. Die Entsorgung von Abfallprodukten erfordert Schutzkleidung und starke Nerven.
Dringende Maßnahmen:
HR: Bitte prüfen, ob für das Modell bereits ein unbefristeter Ausbildungsvertrag (Startdatum: 2042) vorliegt.
IT: Die Zugangsberechtigung für die Kaffeemaschine wurde vorerst verweigert (Explosionsgefahr bei Koffeinzufuhr).
Facility Management: Der Bereich vor dem Kopierer wird vorübergehend zur „Wickel-Zone“ umfunktioniert.
Geschäftsleitung:
Offizielle Stellungnahme zur Produktpiraterie!
Nach Rücksprache mit der Qualitätskontrolle und dem Chefingenieur stellt die Geschäftsleitung hiermit klar:
„Dieses Objekt stammt definitiv nicht aus unserer Fertigung.“
Unsere Begründung:
Produktionsfehler:
Wir haben in der gesamten Firmengeschichte noch nie etwas produziert, das tatsächlich Hand und Fuß hat.
Fehlende Dokumentation: Es liegt kein Handbuch bei, und die Fehlermeldungen (Schreien) sind nicht im Systemkatalog gelistet.
Inkompatibilität: Das Modell ist absolut unbelehrbar, hält sich an keine Kernarbeitszeiten und verweigert jegliche Deadlines.
Sehr geehrte Damen und Herren des Betriebsrats,
wir müssen Sie über einen schwerwiegenden Verstoß gegen die geltenden Betriebsvereinbarungen informieren. Vor unserer Tür wurde ein „Mitarbeiter“ abgesetzt, der sämtliche Compliance-Regeln ignoriert:
Verstoß gegen das Arbeitszeitgesetz: Der neue Kollege verlangt eine 168-Stunden-Woche ohne Pausenregelung, schläft aber während der Kernarbeitszeit ungeniert am Schreibtisch (bzw. auf der Wickelauflage).
Fehlende Schutzkleidung: Trotz mangelnder Koordination trägt das Modell weder Sicherheitsschuhe noch Helm, sondern lediglich eine Einweg-Hose mit fragwürdiger Dichtungskapazität.
Lohnverhandlungen: Der Betroffene fordert keine Gehaltserhöhung, sondern Naturalien (Milch) und ständige körperliche Zuwendung. Dies sprengt unser aktuelles Budget für Teambuilding-Maßnahmen.
Mitbestimmungsrecht: Da die Geschäftsleitung bereits klargestellt hat, dass das Modell „Hand und Fuß“ hat und somit nicht unserem üblichen Qualitätsstandard entspricht, stellt sich die Frage der Eingruppierung.
PRÜFBERICHT:
Brandschutztechnische Begehung – „Objekt Windel-Willy“
als Brandschutzbeauftragter muss ich bezüglich des Neuzugangs vor der Firmentür erhebliche Sicherheitsbedenken anmelden:
Brandlast:
Das Modell trägt eine textile Vollausstattung ohne zertifizierte Flammschutz-Imprägnierung. Die Füllung der Windel besteht zudem aus hochabsorbierendem Material, das bei unsachgemäßer Handhabung als chemischer Gefahrenstoff einzustufen ist.
Akustische Täuschung: Das Schallsignal des Objekts ist lauter als unsere Sirene (DIN EN ISO 7731). Dies führt dazu, dass die Belegschaft bei einem echten Alarm sitzen bleibt, weil sie denkt, es sei wieder nur die „Mittagsfütterung“.
Fluchtwegblockade: Das abgestellte Transportbehältnis (Modell „Kombi-Kinderwagen“) versperrt den Rettungsweg im Foyer. Ein Verschieben wurde abgelehnt, da das Objekt sonst den „Vibrations-Alarm“ (Schreien) reaktiviert.
Explosionsgefahr: Die beim Verdauungsprozess entstehenden Gase wurden bisher nicht auf ihre Entzündlichkeit geprüft. Ein offenes Feuer (z.B. Geburtstagskerzen in der Kantine) ist in einem Umkreis von 5 Metern um das Objekt strengstens untersagt!
Fazit: Eine dauerhafte Stationierung ist nur zulässig, wenn das Objekt mit einem Rauchwarnmelder an der Schnullerkette nachgerüstet wird.
Qualitätssicherung hat das am Werkstor sichergestellte Objekt einer eingehenden Wareneingangskontrolle unterzogen. Das Ergebnis ist aus prozesstechnischer Sicht katastrophal:
Mangelhafte Dichtigkeit:
Bei Belastungstests traten unkontrolliert Flüssigkeiten und halbfeste Stoffe an den unteren Dichtungen aus. Die Leckage-Rate liegt weit über den zulässigen Grenzwerten der ISO 9001. Eine Nachbesserung durch „Pampers-Module“ ist lediglich eine temporäre Insellösung.
Akustische Fehlfunktion: Das Gerät emittiert unregelmäßige Hochfrequenz-Signale (ca. 4000 Hz), die nicht durch den Aus-Knopf deaktiviert werden können. Ein Reset auf Werkseinstellungen wurde versucht, führte jedoch nur zu einer Erhöhung der Lautstärke.
Haptik & Ergonomie: Die Oberfläche ist zwar extrem weich (angenehmer Soft-Touch), aber die Greifwerkzeuge sind unberechenbar und weisen eine unerwartete Zugkraft an Krawatten und Barthaaren auf.
Fehlende Zertifizierung: Das Objekt verfügt weder über ein CE-Kennzeichen noch über eine Betriebsanleitung in Landessprache. Die einzige mitgelieferte Dokumentation ist ein kleiner Zettel mit dem Namen „Lukas“ – dies entspricht nicht unseren Standards für technische Dokumentationen.
Urteil: AUSSCHUSS.
Das Produkt weist gravierende Fertigungsmängel auf (keine Zähne, instabile Statik der unteren Extremitäten). Da die Geschäftsleitung bereits korrekt feststellte, dass wir nichts mit „Hand und Fuß“ produzieren, handelt es sich hier eindeutig um eine Fehlcharge eines Mitbewerbers.
Empfehlung: Umgehend an die Retourenabteilung (Oma/Opa-Service) überstellen oder als „unfertiges Erzeugnis“ für die nächsten 18 Jahre zwischenlagern
TICKET-ID: #9921-BABY | STATUS: OFFEN (KRITISCH)
Betreff: Hardware-Fehler bei Neuzugang im Foyer
wir haben uns das vor der Firma abgesetzte Modell „Lukas v1.0“ mal angesehen. Hier unser technischer Bericht aus der IT-Sicht:
Schnittstellen-Inkompatibilität:
Wir haben versucht, das Gerät per USB-C zu laden – ohne Erfolg. Es scheint sich um ein rein analoges System zu handeln, das ausschließlich über eine proprietäre „Milch-Schnittstelle“ Energie bezieht.
Audio-Bug:
Das System befindet sich in einer Endlosschleife (Loud-Noise-Loop). Der Task-Manager lässt sich nicht öffnen, und die Tastenkombination Strg+Alt+Entf (sanftes Kitzeln an den Füßen) führt lediglich zu einer unkontrollierten Erhöhung der RAM-Auslastung (mehr Gebrüll).
Fehlender Treiber: Die Sprachausgabe ist komplett verbuggt. Es werden nur kryptische Zeichenfolgen wie „Bababa“ und „Gaga“ ausgegeben. Wir vermuten eine veraltete Firmware oder einen massiven Übertragungsfehler im Front-End.
Sicherheitslücke (Virengefahr): Das Gerät verteilt großzügig biologische Schadstoffe auf sämtlichen Oberflächen. Unsere Firewalls (Windeln) sind bereits mehrfach durchgebrochen. Ein komplettes System-Backup ist aufgrund der ständigen Bewegung des Datenträgers unmöglich.
Dringende Anfrage an den Einkauf:
Bitte bestellt umgehend einen Bluetooth-Schnuller und ein Noise-Cancelling-Headset für die gesamte Etage. Wir versuchen derweil, das Baby in den „Flugmodus“ zu versetzen (Schaukeln), aber die Latenzzeiten sind unterirdisch.
IT-Support
(P.S.: Wer hat versucht, das Baby mit der Maus zu steuern? Das funktioniert nicht und hinterlässt Abdrücke auf der Wange!)
Der Vertrieb hat das im Foyer abgesetzte Modell analysiert. Hier unsere Einschätzung zur Markttauglichkeit:
Zielgruppen-Analyse: Das Design ist zwar ansprechend („extrem hoher Niedlichkeitsfaktor“), aber die Zielgruppe ist extrem sprunghaft. Die Conversion-Rate von „Lächeln“ zu „Vollalarm“ liegt bei unter 2 Sekunden. Das ist für unsere Bestandskunden zu riskant.
USP (Alleinstellungsmerkmal): Das Produkt zeichnet sich durch eine 24/7-Präsenz aus. Leider ist der Output (Lärm und Geruch) derzeit nicht monetarisierbar. Wir haben versucht, Werbeflächen auf der Windel zu verkaufen, aber die Verweildauer der „Anzeige“ ist aufgrund der hohen Durchflussrate zu gering.
After-Sales-Service: Katastrophal. Der Kunde kann das Produkt nicht zurückgeben, es gibt keine Ersatzteile (Zähne kommen erst in Q3), und der Support reagiert nur auf körperliche Nähe. Das skaliert überhaupt nicht!
Preisstrategie: Wir haben versucht, das Modell als „Premium-Consultant“ einzustufen, da es den ganzen Tag schläft, zwischendurch laut schreit und alle anderen von der Arbeit abhält. Leider ist die Zahlungsbereitschaft der Mandanten bei diesem Profil aktuell eher gering.
Vertriebsentscheidung:
Wir listen das Produkt vorerst als „Vaporware“ (angekündigt, aber noch nicht voll funktionsfähig). Wir warten mit dem globalen Roll-out, bis das Update „Stubenrein 2.0“ verfügbar ist. Bis dahin nutzen wir das Modell lediglich als „Door-Opener“ bei schwierigen Kunden – gegen dieses Lächeln kommt keine Einkaufsabteilung an.
Beste Umsätze,
Euer Sales-Team
Hier ist das letzte Wort der Buchhaltung, die das „Problem“ natürlich sofort in Soll und Haben zerlegt:
INTERNES MEMO: Bilanzielle Bewertung und Inventarisierung „Projekt Neuzugang“
An: Alle Fachbereiche
Die Finanzabteilung hat den Vorfall im Foyer unter Berücksichtigung der GoB (Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung) geprüft. Hier unser abschließendes Statement:
Aktivierungspflicht: Wir können das Objekt nicht als „Anlagevermögen“ führen. Zwar ist die Nutzungsdauer auf ca. 65 Jahre (bis zum Renteneintritt) geschätzt, aber die Anschaffungskosten sind unklar und die laufenden Instandhaltungskosten (Windeln, Brei, Studium) sprengen jede Liquiditätsplanung.
Abschreibung: Eine planmäßige Abschreibung ist nicht möglich, da der Marktwert des Objekts mit jedem Zahn und jedem gelernten Wort eigentlich steigt. Das widerspricht unserem Prinzip, alles sofort steuerlich kleinzurechnen.
Rückstellungsbildung: Wir haben vorsorglich eine Rückstellung in Millionenhöhe für „unvorhersehbare Lärmschäden“ und „Kaffeeverbrauch durch übermüdete Kollegen“ gebildet.
Reisekosten: Der Versuch, den Kinderwagen als „Dienstwagen mit 1%-Regelung“ abzurechnen, wurde vom Finanzamt abgelehnt. Begründung: Zu geringe PS-Zahl und fehlende Euro-6-Norm (wegen der bereits erwähnten Abgasproblematik).
Buchungsanweisung:
Sämtliche Ausgaben für Schnuller, Rasseln und Beruhigungstee werden ab sofort auf das Sachkonto „Außerordentliche Belastungen / Nervennahrung“ gebucht.
Fazit:
Da das Modell laut Geschäftsleitung „weder Hand noch Fuß“ aus unserer Produktion hat, führen wir es intern als „unfertiges Erzeugnis in dauerhafter Testphase“. Eine Auszahlung von Weihnachts- oder Urlaubsgeld erfolgt erst, wenn das Wort „Dividende“ fehlerfrei ausgesprochen wird.
Hochachtungsvoll,
Ihre Buchhaltung
(Die gerade prüft, ob man das Kindergeschrei als „Gewerbelärm“ von der Steuer absetzen kann)
INVENTAR-AUFKLEBER (Interne Kennzeichnung)
Inventar-Nr.: 2024-BABY-001-BETA
Bezeichnung: Mobiler Geräuschemitter (Modell: "Lukas")
Anschaffungsdatum: Heute (unfrei geliefert)
Buchungskreis: 0815 (Abteilung: "Chaos & Windeln")
Anschaffungswert: Unbezahlbar (aber im Unterhalt teurer als ein Fuhrpark aus Leasing-SUVs)
Zusatzangaben:
Abschreibungsart: Degressiv (Nerven der Kollegen nehmen täglich um 20 % ab).
Standort: Wechselhaft (bevorzugt dort, wo gerade wichtige Telefonkonferenzen stattfinden).
Garantie: Abgelaufen. Umtausch ausgeschlossen, da die Originalverpackung (Fruchtblase) bereits vor Monaten fachmännisch entsorgt wurde.
Sicherheitshinweis für die Inventur:
Bitte das Inventarstück nicht mit dem Barcode-Scanner erfassen! Das rote Licht löst den „Abwehrmodus“ (Greifen nach dem Gerät) oder eine sofortige Neukalibrierung der Tränendrüsen aus.

02/1995 – 05/1996 Industriemeister für Süßwaren / Backwaren IHK an der ZDS Solingen
04/1998 – 10/1999 Betriebswirtschaft Technik (IHK) WA Münster
c++ Programmierung ist bekannt